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25. Jun 13

Interaction Design mit Personas

Personas - eine Methode für nutzerzentriertes Interaction Design

Die Methode ist eine Erfindung von Alan Cooper, einem Usability Experten der ersten Stunde und Autor des ebenso lehrreichen wie kurzweiligen Standardwerks "The Inmates Are Running the Asylum - Why Hightech Produkts Drive us Crazy and How to Restore Insanity".
Ein wunderbares Buch aus dem Jahre 1998, das bereits ein Kapitel über die Personas enthält. Daraus wurde eine beliebte Methode für Interaction Design.

Was sind "Personas"?

Personas sind keine realen Personen, aber sie repräsentieren reale Personen während des Designprozesses. Personas sind erfundene Archetypen tatsächlicher Nutzer. Eigenschaften von Personas werden aus statistischem Material soziokultureller Studien und empirischer  Untersuchungen gewonnen. Eine Persona wird so präzise und so detailliert wie nötig beschrieben, um als möglichst praxisnahes Fallbeipiel dienen zu können. Personas zu kreieren ist ein auf- wändiger Arbeitsprozess, aber ab einer bestimmten Projektgröße lohnt sich der Aufwand. Er hilft  das "Funktionieren" der interaktiven Komponente einer Anwendung zu sichern und damit letztendlich den Projekterfolg.

Wie werden Personas kreiert?

Ein Projektteam, das mit der Konzeption für eine interaktive Anwendung befasst ist, neigt dazu über das Nutzerverhalten zu spekulieren. Diskussionen über mögliche Umsetzungsvarianten verlieren sich in Spekulationen über die zu erwartenden Reaktionen der Nutzer. Personas hilft bei der Objektivierung der Einschätzungen. Personas werden kreiert und modelliert, indem man auf tatsächlich evaluierte und beweiskräftige Erkenntnisse aus statistischem Material zurückgreift. Je anschaulicher eine Persona dann beschrieben wird, desto praxisnaher kann der Gestaltungsprozess entwickelt werden. Eigenschaften von Personas werden nicht nur hinsichtlich der Use Cases und Nutzerszenarien definiert, sondern weisen auch ganz persönliche Angaben wie Vorlieben, Hobbys, Familienstand, Bildungsgrad aber auch Hinweise auf typisches Verhalten bei der Mediennutzung. Dabei sind es gar nicht viele Personas, die benötigt werden für ein Designprojekt, da die Intention mit der sie einem Produkt begegnen begenzt ist, ebenso wie die Anzahl der Zielgruppen für dieses Produkt.

Wichtig beim Modellieren einer Persona ist die Vorstellungskraft der Projektbeteiligten anzuregen, um eine möglichst plastische Darstellung der Anwendungsszenarien zu erreichen. Während Logik eine angemessene Methode für die Umsetzung von Funktionen in der Software darstellt, ist sie für die Beschreibung des Nutzerverhaltens eine denkbar schlechte. Hier lenken Personas die konzeptionellen Überlegungen in Praxisnähe. Manchmal werfen Personas auch einen ganz neuen Blick auf die gestellte Gestaltungsaufgabe und brechen damit bereits eingefahrene Auffassungen zur Qualität der Nutzer-dialoge auf.

Wir haben die Personas bereits erfolgreich in Projekten angewandt, die vor allem auf Entscheidungsebene komplexe Strukturen aufwiesen. Hier half die Personas-Methode vor allem Interaction Design effektiv voranzubringen und die nutzerzentrierten Dialoge praxisnah zu gestalten.

Info zu Alan Cooper auf dessen Website die übrigens gerade neu gelauncht wurde: www.cooper.com

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