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17. Feb 13

Zeitgemäße Navigationskonzepte

Craiggs List - www.craigslist.org - eines der erfolgreichsten Internetportale in den USA. Das Navigationskonzept scheint aus der Hypertextzeit des Ur-WorldWideWebs zu stammen. Die semantische Gliederung der Inhalte nach Ort und Thema folgt hier einer gelernten hierarchischen Struktur aus dem Kleinanzeigenmarkt der Tageszeitung. Das funktioniert in diesem Kontext. Wie sehen aber zeitgemäße Navigationkonzepte aus?

Skimming

Für ein wenig Aufsehen unter Usability-Experten hat Ende 2009 das sogenannte "Skimmer" - Konzept der New York Times gesorgt. Möglichst alle aktuellen Artikel zu einem Thema werden auf einer Seite angefeatured. Das ursprüngliche Konzept wurde nun technisch verfeinert. Mit Klick auf einen Teaser erhält man den vollständigen Artikel ohne die Seite nachzuladen: www.nytimes.com/skimmer/
Auch hier optimiert im Übrigen ein Responsive Design die Darstellung für verschiedenen Bildschirmauflösungen.

Zeitgemäßes Screendesign setzt auf Vereinfachung. Seit langem gilt für nutzerorientierte Usability die Empfehlung einer flachen inhaltlichen Struktur. Diese Anforderung lebt gerade im Hinblick auf die Bedienkonzepte für mobile Endgeräte fort. Der Inhalt einer Website wird auf direktem Wege zugänglich gemacht, wenn möglichst alle relevanten Kontexte bereits auf der Seite angeboten werden, auf der ich mich gerade befinde. Es ist also sinnvoll, Einstiege in den übrigen Content von jeder Inhaltsseite aus zu ermöglichen. Funktionale Hilfsmittel hierbei sind heutzutage Navigationselemente wie Schnellnavigation, Footermaps und Tagclouds.

Nun fehlt bei geringerer Bildschirmauflösung beispielsweise auf dem Smartphone oder Tablet der Platz für all diese Bedienelemente. Also muss ein simpleres Navigationskonzept die Aufgabe lösen, dem Anwender einen möglichst schnellen Überblick über den vorhandenen Content zu gewähren.

Trends

Response Designs in Kombination mit vertikalem Scrolling sind momentan die Trends im Webdesign. Hier zeigt sich der Einfluss der Bedienkonzepte für mobile Endgeräte auf das Webdesign insgesamt. Unter Screendesignern setzt sich die Arbeitsweise unter dem Stichwort "mobile first" durch, zunächst wird für das Mobile Device gestaltet und dann für den Desktop adaptiert. HTML5 und CSS3 bringen für die innovativen Gestaltungsideen die technischen Lösungen.

Fazit

Kombiniert man nun inhaltlich die Idee des Skimmens - also im übertragenden Sinne die Abschöpfung von Beiträgen an der Oberfläche der Website - mit einem auf die Bildschirmauflösung des jeweiligen Endgerätes reagierenden flexiblen Gestaltungsraster und vertikalem Scrollen als zentrales Navigationskonzept, so erhält man eine zukunftsfähige Anwendung vor allem hinsichtlich nutzerzentrierter Usability.

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